Neues aus Taubenhausen

Heute möchten wir euch mit ein paar Bildern aus dem Taubenhaus erfreuen und euch auf den aktuellsten Stand bringen. Der Text ist etwas länger, aber so oft melden wir uns ja auch nicht 😉

In das Taubenhaus sind inzwischen die “Locktauben“ eingezogen sind. Unsere Locktauben sind die Tauben, die in den vergangenen Monaten aus verschiedenen Gründen (Verletzungen, Krankheiten, Verlust der Eltern,…) in unseren Pflegestellen gepflegt bzw. aufgezogen werden mussten. Diese Tauben dienen nun dazu, die anderen Tauben, die sich bereits zahlreich zur täglichen Fütterung am Taubenhaus einfinden (ein wichtiger Schritt!), IN das Taubenhaus zu locken.

Dafür mussten die Locktauben zunächst einige Tage in der noch geschlossenen Voliere bleiben, um sich an ihr neues Zuhause zu gewöhnen. Da Tauben standorttreue Tiere sind, steigt so die Wahrscheinlichkeit, dass sie nach Ausflügen auch in das Taubenhaus zurückkehren. Nervös schickten wir die Tauben, die soweit gesund/ausgewachsenen waren, dann auf die ersten Freiflüge – und sie kamen alle wieder❤

Selbstverständlich bleibt immer ein nicht unerhebliches Restrisiko, denn draußen in der freien Welt lauern viele Gefahren für die Tauben (Autos, Greifvögel, Menschen…). So kam dann beim letzten Freiflug ein Täubchen leider nicht wieder😢 Das ist sehr traurig (auch, wenn es nicht gleich “das Schlimmste“ bedeuten muss), aber leider nicht immer vermeidbar. Es handelt sich um gesunde Vögel. Sie dauerhaft einzusperren, um sie vor allen Gefahren zu schützen, wäre alles andere als artgerecht. Und tatsächlich trauen sich nun auch die ersten ansässigen Stadttauben in das Taubenhaus. Ein weiterer wichtiger Schritt ist damit getan!

Zwei Taubenpaaren haben wir “erlaubt“, ihre Eier im Taubenhaus auszubrüten. Auch dies ist eine wichtige Maßnahme, obwohl wir ansonsten natürlich alles dafür tun, dass sich die Tauben NICHT weiter vermehren. Zur Erklärung: wenn die Tauben dauerhaft keinerlei Bruterfolge verzeichnen, könnten sie dies damit verknüpfen, dass der Standort ungeeignet zum Brüten ist und ihn im schlechtesten Fall wieder verlassen. Auch ohne eigene Bruterfolge (grundsätzlich werden selbstverständlich auch im Taubenhaus die Eier getauscht) nehmen die anderen Tauben anhand der Küken durchaus wahr, dass der Standort an sich aber als Brutplatz funktioniert 😉 Diese Eltern- und Jungtiere sind besonders an das Taubenhaus gebunden und leisten wertvolle Locktaubenarbeit❤

In der nächsten Woche werden wir das Taubenhaus dauerhafter öffnen. Durch die praktische Aufteilung in zwei Abteilungen können wir problemlos Neuankömmlinge oder Jungtiere im Haus behalten und allen anderen Tauben die Möglichkeit zur “Besichtigung“ oder zum Ausflug geben. Hier zeigen sich deutliche Vorteile im Gegensatz zu z.B. Taubentürmen.

Noch ein Vorteil ist, dass wir “Spezialfälle“ gut im Auge behalten können, wie z.B. unsere 2 Neuankömmlinge aus Gladbeck. Die beiden Jungtauben kommen bei der normalen Futteraufnahme noch etwas zu kurz, da sie sich nicht richtig gegen die anderen Tauben durchsetzen können. Es handelt sich um Handaufzuchten, die unbedingt noch ihre Scheu vor Menschen ablegen müssen, wie man auf dem Foto deutlich erkennen kann 😉 So lustig das Bild auch wirken mag, ist dies ein Verhalten, das draußen sehr gefährlich für die Vögel werden könnte. Tauben sind zum Glück aber auch sehr schlaue Tiere, die sich durchaus Gesichter merken können. Dass “unsere“ Tauben die Scheu vor uns etwas verlieren, bedeutet nicht, dass sich automatisch auch alle anderen Menschen so nähern können. In diesem Fall ist es für uns hilfreich, ihnen (noch) so nahe kommen zu können. So können wir sicher sein, dass die beiden Jungspunde auch genug Futter kriegen. Ansonsten ist es einfach schön zu sehen, wie “gechillt“ die Tauben inzwischen im Taubenhaus abhängen (anders kann man es gar nicht nennen) nach der anfänglichen Aufregung in den Tagen nach ihrem Einzug, der für die Tiere natürlich erstmal sehr stressig war.

Die beiden Gladbecker Täubchen sind ein schönes Beispiel dafür, wie wichtig eine Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Stadttaubenprojekten ist. Grundsätzlich nehmen wir keine Tauben aus anderen Städten auf, denn es geht bei unserem Projekt in erster Linie darum, die Marler Stadttaubenpopulation klein und gesund zu halten und die Marler Tauben am Taubenhaus anzusiedeln. Bei dieser Ausnahme handelte es sich jedoch um einen Notfall, da für die beiden Jungtauben bereits länger dringend eine betreute Endstelle gesucht wurde und wir sie in unseren noch kleinen Locktaubenschwarm integrieren konnten. Auch wir waren in der Vergangenheit, als wir noch kein Taubenhaus hatten, auf Hilfe von außerhalb angewiesen und haben Tauben “ausgesiedelt“. Auch wir brauchen in Zukunft vielleicht nochmal Hilfe bei der Unterbringung von Schützlingen. Daher an dieser Stelle einfach mal ein Dankeschön an alle Projekte und Einzelpersonen, mit denen wir so gut zusammenarbeiten❤

Ansonsten stand heute wieder der sonntägliche Eiertausch in der Unterführung an. 10 Eier haben wir getauscht, wobei eine Taube tatsächlich auf 5 (!) Eiern saß. Die Nische war so wahnsinnig schwer ersichtlich und schlecht zudringlich, dass wir sie bisher übersehen hatten. Über die Anzahl der Eier lässt sich nur die Stirn runzeln. Wahrscheinlich wurden über die alten Eier, aus denen aus welchen Gründen auch immer nichts wurde, neue gelegt💁 Etwas ratlos waren wir, wie viele Gipseier wir der Taube denn nun unterjubeln sollten, entschieden uns dann aber für die üblichen 2 😉 Die Tauben aus der Unterführung finden sich inzwischen routiniert zur Fütterung am Taubenhaus ein. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, dass die Nistnischen in der Unterführung (unter unserer Aufsicht😉) vernünftig verschlossen werden, damit die Tauben dort nicht mehr brüten können. Und damit würde für uns der sehr anstrengende und dreckige Eiertausch in der Unterführung wegfallen und wir könnten uns komplett auf das Taubenhaus konzentrieren💪

Soweit das Neueste von uns, bleibt gesund!

Eure Katrin von den Marler Stadttauben

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