Hugo und der Greifvogel

HUGO und der Greifvogel

Ich hatte eine Begegnung mit einem Greifvogel und davon will ich Euch berichten.

Ich bin eine junge Taube, eine sehr junge Taube und habe noch nicht sehr viel Erfahrung. Also flog ich durch die Gegend und habe die Gefahr durch den Greifvogel nicht gesehen. Er packte mich und stieß seine Krallen in meinen Brustmuskel, riss diesen auf und wollte dann nochmal zugreifen. Das war meine Chance. Ich entkam ihm. Irgendwie. Hätte er nochmal zugepackt, wäre es mein Ende gewesen, denn er hat ganze Arbeit geleistet. Ich stürzte nach unten, auf die Strasse und landete am Straßenrand. Man war ich fertig. Ich lag da, hatte schmerzen und war bereit zu sterben.

Dann kamen sogenannte Zweibeiner ohne Flügel vorbei. Sie haben mich gesehen, konnten aber im ersten Augenblick nicht die Schwere meiner Verletzung feststellen.

Sie nahmen mich hoch, wickelten mich warm und weich in eine Flex Box, damit ich in dieser angstfreien Umgebung friedlich einschlafen sollte.

Aber ich wollte noch nicht über die Regenbogenbrücke gehen. NEIN.

Über mir flogen Kollegen Stadttaube 1,2 und 3 vorbei und riefen hinunter: “Gib nicht auf kleiner HUGO, du bist jetzt in den Händen von Menschen, die gegen jeden Widerstand, für uns kämpfen. Gib nicht auf, kleiner HUGO“

Also belehrte ich meine Beschützer eines Besseren. Am nächsten Morgen war ich immer noch am Leben. Ich schaute Ihnen in die Augen und Sie schauten mir in meine großen braunen Augen. Und Sie sahen darin meinen starken Willen:

“Aufgeben ist keine Option für mich. Ich will Leben, will fliegen“

Also ab in die Taubenklinik nach Essen. Dort wurden meine Verletzungen fachkundig untersucht und versorgt. Ein komisches Gefühl für eine Taube. Die verletzte Haut wurde entfernt und, soweit es ging, meine Verletzung genäht. Mit meinem Beinchen muss man noch abwarten, der Heilungsprozess wird sicher noch einige Zeit dauern. Aber meine Pflegemutter kümmert sich ja um mich. Mit viel Liebe und Geduld.

Nun muss ich nochmal nach Essen in die Klinik, zu dem netten Doktor mit seinen Assistentinnen. Natürlich mit dem Auto, fliegen kann ich ja noch nicht, aber wenn alles gut läuft, dann wartet noch ein langes und glückliches Taubenleben auf mich.

Fortsetzung folgt…

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