Teil 2 : Alfred von der schwimmenden Einheit
Wie schon erwähnt, die Stadttauben in Marl sind ganz gut vernetzt. So haben wir hier in Marl noch eine Notaufnahmestation. Inge Grzegorczyk, ein Mensch, der das Herz am rechten Fleck hat, kümmert sich auch noch um uns. Und wenn meine Kollegen von Inge kommen, sind sie in der Regel „Fit wie ein Turnschuh“. Dann ist da noch Vanessa Harres, sie betreut verletzte Tauben in Gelsenkirchen und wir arbeiten eng mit ihr zusammen. Ihre Tochter Anna Lena hilft uns auch beim Eiertausch hier in Marl. Natürlich tauschen wir uns auch mit Stadttauben Projekten in anderen Städten aus. Und, nicht zu vergessen, Britta Müller und Dieter Kunkel. Die beiden kümmern sich um die schwimmende Einheit am City-See, d.h. um die Gänse und Enten. Und so kam es zu folgender Geschichte:
Britta fand eine kleine Ente, die eine Fehlstellung am Fuß hatte. Sie konnte, im wahrsten Sinn des Wortes, nicht mit den anderen Entenküken mithalten. Der kleine Fuß schleifte über den Boden.
Britta hatte schon von den Pflegeerfolgen von Katrin gehört und so rief sie unsere Betreuer an, ob sie wohl helfen könnten.
Sagt Pflegemutter Katrin etwa Nein? Natürlich nicht. Also Ente zu Katrin. 1. Prozedur: natürlich, der Ente einen Namen geben. ALFRED. Alfred wurde also unser neuer Gast in der Gnadenvoliere. (kleine Anekdote am Rande: als Fabian, Katrins Mann, abends, nach der Arbeit, in die Badewanne wollte, ging es nicht. ALFRED belegte die Wanne und schwamm darin umher.)
Danach ab zum Tierarzt und Informationen einholen. ALFRED hatte Vitaminmangel und versteifte Gelenke. Somit konnte sich der Fuß nicht richtig entwickeln. Es sah nicht gut aus.
Aber aufgeben kennt Katrin nicht.
Also bekam ALFRED seine Vitamine und vor allem baute ihm Katrin einen Spezialschuh. Dieser Schuh musste immer wieder angepasst werden. Und siehe da, so Pöh a Pöh, wurde es immer besser. ALFRED lernte wieder laufen und sein Bein wurde gesund. Mittlerweile ist er voll genesen. Schaut euch die Bilder und Videos an..
(In aller Bescheidenheit unsererseits, für ALFRED war der Aufenthalt bei uns ein voller Erfolg)
Am 22.Juli 2020 wurde ALFRED, am City-See, wieder ausgewildert. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, (unter dem Motto: Wo warst Du, Was hast Du getrieben, Warum hat das solange gedauert, Konntest Du dich nicht wenigsten mal melden. Na ja IHR kennt das ja), schwimmt ALFRED nun wieder im Kreis seiner Familie.
Ich zitiere hier Britta Müller: „ALFRED genießt nach seiner Reha-Maßnahme sein Leben. Happy End mit Happy Ent“.
Ihr seht, allen gefiederten Freunden kann geholfen werden, wenn man will. Und somit verabschiede ich mich und gehe zu meinem SIMSA ins Loft.
So, nun hattet Ihr einen kleinen Einblick in die Gnadenvoliere. Aktuell sind neue Tauben mit gebrochenen Beinen dazu gekommen. Ich weiß nicht wie ich es sagen soll, aber unsere nichtfliegenden Betreuer würden sich über Sachspenden, wie Wickelauflagen, Pampers und solche Kleinigkeiten richtig freuen. In Marl würden sie das auch abholen.
Es grüßt HUGOLINE und das Team von den Stadttauben aus Marl
rpo/24.08.2020




